Chronik

Vereinsgeschichte

Im Juni des Jahres 1927 trafen sich in der Gaststätte Wilden die Herren Wilhelm Linden, Johann Horatz, Wilhelm Haas, Peter Drack, Peter Horatz, Josef Burbach, Josef Bingen, Hermann Fetten, Heinrich Pesch, Michael Drack, Adam Wilden und Gerhard Wolff mit dem Gedanken, einen Schiessverein zu gründen, den Vorgänger unserer heutigen Schützenbruderschaft. Am darauf folgenden Sonntag, den 26. Juni 1927, fand die Gründungsversammlung statt. Sie beschloss den ersten Vorstand wie folgt: Erster Vorsitzender: Peter Drack, Zweiter Vorsitzender: Johann Horatz, Schriftführer: Wilhelm Linden, Kassierer: Peter Horatz, Schiessmeister: Wilhelm Haas, Kommandant: Heinrich Pesch. Der Verein zählte am Gründungstag 12 Mitglieder. Als Vereinslokal wurde die Gaststätte Wilden bestimmt. Der neugegründete Verein wurde beim Amt Pulheim unter dem Namen „Kleinkaliber-Schiessverein Geyen“ eingetragen. Die erste Arbeit war nun die Errichtung eines Schiessstandes und die Anschaffung einer Vereinsbüchse. Dank der Spendenbereitschaft und Initiative der wenigen Mitglieder, wurde der Hochstand bald in Eigenarbeit fertig gestellt, die Vereinsbüchse konnte erworben werden und das erste Preisschießen im Kreise der Ortsvereine fand statt.

Im Oktober 1927 wurde erstmalig ein Schützenkönig ausgeschossen. Die Königswürde errang Wilhelm Linden. Eine Königskette wurde von den beiden Vorsitzenden Peter Drack und Johann Horatz gestiftet. In der ersten Generalversammlung im April 1928 wurde mit großer Mehrheit beschlossen, den Namen des Vereins in „Kleinkaliber-Schützengesellschaft St. Cornelius Geyen“ zu ändern. Durch diesen Namen wurde das Ansehen des jungen Vereins in der Gemeinde stark gehoben, denn der heilige Cornelius ist für die Einwohner von Geyen der verehrungswürdige Pfarrpatron, der Mitte des 2. Jh. N. Chr. als „Beschützer“ des jungen Christentums seinen Mann stand. Die Mitgliederzahl war inzwischen auf 25 aktive Mitglieder gestiegen. Das erste Stiftungsfest wurde am 10. und 11. Juni 1928 feierlich begangen. Als erste auswärtige Bruderschaften besuchten uns die Schützenvereine von Pulheim, Sinthern und Brauweiler. Für die damalige Zeit konnten wir von einem guten Gelingen des ersten Stiftungsfestes sprechen, denn wir hatten jetzt etwas Geld in der Kasse. Nach diesem Fest wurde beschlossen, eine Vereinsfahne anzuschaffen.

Ein schweres Unterfangen: Die Wirtschaftskrise, mit steigenden Arbeitslosenziffern, warf ihre schmerzlichen Schatten voraus. Aber dank des Opfermutes der Mitglieder gelang das Werk. Anlässlich unseres zweiten Stiftungsfestes im Juni 1929 wurde bei einem großartigen Fest die Fahne enthüllt und geweiht. Auf der Borderseite trägt sie das Bild des heiligen Cornelius. Die Frauen der Vereinsmitglieder stifteten eine von ihnen selbst gestickte Fahnenschleife. Die Fahne sollte von nun an bei allen Feiern, den ernsten und frohen, getragen werden. Sie sollte den Mitgliedern das Gefühl des Zusammengehörens, das Bewusstsein gegenseitigen Vertrauens und gegenseitiger Hilfe verleihen. Sie sollte den Lebenden Freude schenken und den toten Freund zu Grabe geleiten.

Nachdem ein Scheibenschießstand angeschafft worden war, fanden die ersten Wettkämpfe statt, wobei wir oft als erste Sieger in Kreis-, Bezirks-, Gau- und Rheinland-Meisterschaften hervorgingen. Von den hervorragenden Schießleistungen dieser Zeit, zeugt heute noch ein Silberpokal, der nach dreimaligem Gewinn in den Vereinsbesitz überging.

Im Jahre 1934 musste unsere Fahne eingerollt werden, weil da NS-Regime neben seiner Fahne kein anderes Emblem dulden wollte. Engelbert Burbach trug sie in sein Haus und verwahrte sie treu, auf den Tag hoffend, an dem sie wieder in Freiheit gezeigt werden durfte. 1937 wurden die ersten jungen Männer zur Wehrmacht einberufen. Bei Ausbruch des Krieges musste die Mehrzahl der Schützen der Wehrpflicht dienen, das aktive Wirken des Vereins wurde eingestellt.

Als fremde Truppen 1945 das Dorf besetzten und die Häuser durchsuchten, brachte Engelbert Burbach die kostbare Fahne in einen Sack gewickelt in die Kirche, versteckte sie hinter dem Altar und bewahrte sie somit vor der Andenkenssucht der Alliierten. Hermann Schlösser, der letzte Schützenkönig vor den Kriegswirren, hatte das Königssilber (Kette und Diadem) in Verwahr genommen und konnte es dadurch über Kriegs- und Besatzungszeit retten.

In den ersten Jahren nach dem Kriege musste die Vereinstätigkeit ruhen, weil die Besatzungsmacht die Schützenvereine, die sie für militärähnliche Organisationen hielten, verboten hatte. Nur Vereine, welche sich den historischen, deutschen Erzbruderschaften anschlossen, durften wieder an die Öffentlichkeit treten. Am 11. Juni 1950 stellte sich der Verein unter neuem Namen als „St. Cornelius Schützenbruderschaft Geyen mit einem gelungenen Schützenfest der öffentlichkeit vor. Durch die Treue ihrer Mitglieder hat die Bruderschaft den Weg aus schwerer Zeit in die Gegenwart zurückgelegt.

Im Juni 1952 konnten wir unser silbernes Jubelfest feiern. Im Mittelpunkt stand, wie bereits beim ersten Schützenfest 1927, Wilhelm Linden, dem es zum zweiten Mal gelungen war, die Königswürde zu erringen. Besonders stolz war die Bruderschaft auf die einheitlichen Uniformen ihrer Mitglieder und die große Resonanz in der Bevölkerung. Im gleichen Jahr traten die alten Vorstandsmitglieder zurück und übergaben ihre Ämter an jüngere Mitglieder.

Die neue Generation förderte mehr das Wettkampfschießen auf Scheiben. Das Traditionsschießen auf dem Hochstand wurde vernachlässigt. 1955 kam es deshalb zu einer Auseinandersetzung zwischen den Förderern für das Scheibenschießen und den älteren Mitgliedern, welche mehr für das Hochstandschießen waren. Einige Mitglieder erklärten ihren Austritt und gründeten im gleichen Jahr die „Sportschützen Geyen“, welche das sportliche Wettkampfschießen bevorzugten.

1957 wurde die Jungschützenabteilung gegründet. Seit 1959 wird parallel zum Schützenkönig ein Jungkönig ausgeschossen. Die Jugendarbeit im Verein blühte auf; oftmals holten wir uns den Gruppensieg bei den Rundenwettkämpfen. Die Jungschützen bekamen 1961 ihre eigene Fahne mit der Beschriftung „Aus alter Wurzel neue Kraft“.

Das Kleinkaliberschießen wurde jäh unterbrochen, als 1967 durch die neue Ortskernsanierung der Gemeinde Brauweiler das Land auf der Grenze unseres Schießstandes zum Bauland erklärt wurde. Somit stand die Bruderschaft ohne Stand für Kleinkaliberschießen da. Das Königsschießen wurde fortan auf dem Schießstand der Sportschützen ausgetragen. Das Luftgewehrschießen konnte auf unserem alten Stand weitergehführt werden. Im Jahr 1965 stifteten die amtierenden Majestäten neue Königs- und Jungkönigketten. Die Königskette wird seitdem jeweils um ein Silberschild mit dem Namen des aktuellen Schützenkönigs ergänzt. 1967 errang erstmals unter König, Franz Nowak, die Bezirkskönigswürde des Bezirksverbandes Frechen; 1969 schloss sich Johann Heinzen an.

Im Jahre 1973 durften wir uns einen neuen Luftgewehrstand im Fahrradkeller der neuen Schule einrichten. Weiter stellte uns die Gemeinde Pulheim Land für den Aufbau eines transportablen Hochstandes zur Verfügung. Zu unserem 50jährigen Jubiläum, 1977, wurde die neue Vereinsfahne während eines feierlichen Festhochamtes geweiht. Sie sollte uns von nun an auf allen Wegen im Vereinsgeschehen begleiten. Neben den Ortsvereinen und den befreundeten Bruderschaften der Umgebung, konnten wir auch neue Gäste aus Bayern begrüßen. Die Trachtengruppe „Almarausch“ und der Schützenverein „Alte Ritter“ aus Hochstätt am Inn, erfreuten die Bevölkerung mit Tänzen und Musik aus ihrer Heimat. Ein modernes Abzeichen, welches das Sebastianuskreuz zeigt, umringt von unserem Bruderschaftsnamen, schmückte fortan die Schützenuniformen.

Im Jahre 1981 richteten wir in Geyen das erste Stadtschützenfest der Stadt Pulheim aus. Höhepunkt war das Stadtkönigsschießen der Silberträger aus den einzelnen Orten des Stadtgebietes um den Titel der ersten Stadtmajestäten. Für den Gastgeber blieben die Hoffnungen unerfüllt. Erst 1994 errang Dietmar Schiller als Erster die Würde des Stadtkönigs für unsere Bruderschaft.

Unter der Schirmherrschaft des damaligen Bürgermeisters, Willi Mevis, veranstalteten wir im April 1983 den ersten Bezirksjungschützentag des Bezirksverbandes Frechen. Zu unser aller Freude wurde Jürgen Berger neuer Bezirksschülerprinz. Für Jürgen Berger war es der Anfang eines erfolgreichen Schützenjahres, welches er mit einem vierten Platz beim Bundesprinzenschießen in Aachen krönte.

Eine neue Jungkönigskette wurde zum Schützenfest 1985 angeschafft und während der Festmesse gesegnet. Anno 1986 stand Geyen als Gastgeber des 18. Bezirksschützenfestes des Bezirksverbandes Frechen wiederum im Blickpunkt. Rund 300 Schützen aus 12 Bruderschaften kamen, um den neuen Bezirkskönig zu ermitteln und an den Pokalwettbewerben teilzunehmen. Höhepunkt war der prächtige Festzug durch den sonnigen Ort mit Parade im Schatten der Geyener Kirche.

Den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte erzielte Beate Wagner im Juni 1987. Beim Diözesanschießen in Bonn-Endenich wurde sie Diözesanprinzessin und im gleichen Jahr auch dritte beim Bundesprinzenschiessen in Kleve / Niederrhein.

1989 musste der Kleinkaliberhochstand dem neuen Sportplatz weichen, daher musste beim Schützenfest 1990 zum ersten Mal der Schützenkönig auf einem ausgeliehenen Luftgewehrstand ausgeschossen werden. Dieser Notbehelf konnte erst nach Erstellung eines eigenen transportablen Schießstandes behoben werden. Zur Eröffnung des Schützenfestes 1995 weihte Präses, Pastor Hubert Köllen, das neue Eigentum. Eine neue Ausgehkette mit dem Bildnis des Heiligen Cornelius – in Handarbeit erstellt von Gold- und Silberschmied, Gereon Volmer – erwarb man 1993. Konrad Schauff erreichte 1996 als erster Geyener Schütze die Würde des Schützenkaisers. Sein Kaiserjahr krönte er mit den zusätzlichen Titeln des Stadt- und Bezirkskönigs. Als Gastgeber des 30. Bezirksschützenfestes 1998 feierte die Bruderschaft gleichzeitig den 7. Bezirkskönig: Paul Wagner nutzte den Heimvorteil zum Titelgewinn.

Unser neues Schützenhaus, welches 2002 nach einer Bauzeit von nur 18 Monaten fertig gestellt wurde, möge uns und den kommenden Generationen immer ein Haus der Freundschaft und Gemeinschaft sein und der Wahrung der ideale für „Glaube – Sitte – Heimat“ weiterhin dienen.